Cold Drip und Cold Brew Coffee

Tropfen für Tropfen: Drop, drop, drop, drop … Das ist der Rhythmus der Geschmacksvielfalt. Die Cold-Drip-Methode ist die längst überfällige Wiederentdeckung der Langsamkeit, die den Kaffee-Liebhaber mit einer unglaublichen Aromenvielfalt und milden Säure belohnt. Dank der sog. „Cold-Drip-Methode“ (auch Cold Brew coffee oder Cold Extraction coffee bezeichnet) kannst du im Kaffee eine Vielzahl völlig neuer Aromen entdecken, die du in keinem anderem Kaffeegetränk schmecken wirst. Ein Geschmackserlebnis ohne Vergleich!

Cold Brew oder Cold Drip SiskaffeeVon Vorteil für diese Zubereitungsmethode sind hellere Röstungen für den Filter. Die kürzere Röstdauer bei diesen Röstungen bewirkt einen nuancierten, fruchtigeren und damit aromatischen Kaffee. Reinsortige Kaffees eignen sich besser als Mischungen dazu, denn sie besitzen in der Regel einen ausgeprägten Charakter und sind geschmacklich sehr direkt. Wir empfehlen unseren Tiger Roast, den Wildkaffee der Chiri-Kooperative aus Äthiopien. Er bietet euch fruchtige, beerige Aromen an, die sich perfekt für die Cold-Drip-Methode eignen. Ihr könnt natürlich auch leichtere Kaffees verwenden und sie nach eurem Geschmack etwas verfeinern. Wie, zeigen wir euch im Laufe des Artikels.

Die Aromenvielfalt eines Cold Drip Coffee

Der Cold-Drip-Kaffee ist ein Getränk, welches wie gemacht ist für den Sommer. Er kann wie Eiskaffee auch eiskalt getrunken werden, seine Zubereitung und der Geschmack haben aber mit dem typischen Eiskaffee so wenig zu tun, wie Instantkaffee mit Kaffee. Cold-Drip-Kaffee hat ein völlig anderes Aromaspektrum als alle anderen Kaffeegetränke.

Er kann wie Eiskaffee getrunken werden, der Geschmack hat aber mit dem typischen Eiskaffee wenig zu tun.

Das kalte Wasser und die Zeit lösen Nährstoffe aus den Kaffeebohnen, die das heiße Wasser, mit dem man normalerweise Kaffee zubereitet, ganz oder teilweise zerstört. Auf der anderen Seite bleiben unerwünschte Stoffe, die nur durch Hitze entstehen, draußen. Im Vergleich zu herkömmlich aufgebrühtem Kaffee der gleichen Bohne werden bis zu 90% der Aromastoffe und ca. 70% weniger Säuren und unerwünschte Bitterstoffe aus den Kaffeebohnen extrahiert. Der Koffeingehalt ist bei dieser Zubereitungs-Methode auch höher. Denn je mehr Kontaktzeit das Wasser mit der Bohne hat, desto mehr Koffein wird gelöst. Das Ergebnis ist ein ebenso aromatischer wie magenfreundlicher Kaffee mit wenig Säure und viel Koffein.

Zubereitung von Cold Drip oder Cold Brew Kaffee

Die spektakulärste Methode für die Zubereitung ist die Cold-Drip-Maschine z.B. von Hario. Das kalte Wasser tröpfelt über mehrere Stunden durch das Kaffeepulver. Dabei extrahiert es aus Bohnen ihr unverwechselbares Aroma. Natürlich braucht es dafür auch aromatische Kaffeebohnen. Zwar wird auch ein flach aromatischer Kaffee wird durch die Cold-Drip-Methode nuancierter. Wollt ihr aber ein volles, fruchtiges Erlebnis dann eignen sich aromatische, sortenreine Kaffees besser. Den Cold Dripper z.B. auf zwei Tropfen pro Sekunde eingestellt, führt zu einem fruchtigen Getränk. Lasst ihr den Cold Dripper hingegen deutlich länger arbeiten, bekommt ihr ein torfiges, rauchiges Ergebnis. Auch hier hängt das Ergebnis noch von dem ab, was die Kaffeesorte bietet. Je langsamer man das Wasser durchs Ventil laufen läuft, desto vollmundiger, schwerer wird der Kaffee. Die Intensität geht dann immer mehr Richtung Whisky. Je kürzer die Extraktionsdauer, desto fruchtiger wird der kalte Kaffee.

Einen Cold Brew Coffee könnt ihr auch in einer French Press oder mit der Hario Mizudashi Kanne zubereiten.

Wer keinen Cold Dripper zuhause hat oder sich anschaffen will, muss auf den Cold Drip nicht verzichten. Ihr setzt einfach grob gemahlenen Kaffee (die Bohnen dürfen nicht zu fein gemahlen sein) in einer Flasche, French Press oder am besten in der Hario Mizudashi Kanne Eiskaffee-Bereiter mit Wasser an. Die Mischung lasst ihr je nach Wunsch für wenige oder mehr Stunden im Kühlschrank ziehen und siebt ab. Ideal sollten es mindesten 12 Stunden bei Raumtemperatur sein im Kühlschrank etwas länger. Besser sind jedoch 24 Stunden – so viel Zeit muss sein.

Cold Drip Kaffee - Kompositionen

Ein Getränk kann man auch regelrecht komponieren - auf die Nuancen, Harmonien und die Leidenschaft kommt es an!
Zur Verfeinerung des Ergebnisses, nimmt man z.B. den kalten Aufguss der Fruchtschalen der Kaffeebohnen. Am besten geeignet zur Verfeinerung sind hier Fruchtschalen der Sorte Yellow Catuai aufbereitet mit der Pulp Natural Methode. Als Grundkaffee harmoniert ein fruchtig- aromatischer äthiopischer Kaffee, wie der Wildkaffee Tiger Roast. Eine ausgewogene Komposition: Der Yellow Catuai liefert eine enorme natürliche Süße, der Tiger Roast die fruchtigen und beerige Aromen. Das ist nicht nur erfrischend, sondern gibt mit dem Extra Koffein auch neuen Schwung. Diese exzellente Komposition trinkt man pur. Die gewonnenen Aromen werden sonst wieder überdeckt. Leichtere Cold-Drip-Kaffees könnt ihr aber auch mit Milch, Sahne oder Vanilleeis servieren, nach Vorbild des klassischen Eiskaffees.

Begriffserklärung

Cold Drip Coffee: Kaltes Wasser gelangt von einem Be­­hälter tröpf­chenweise in das Gefäß mit dem frisch gemahlenen Kaffee und sammelt sich anschliessend als Eiskaffee in der darunter stehenden Glaskanne.

Cold Water Coffee Dripper: Gerät zur Zubereitung des Cold Drip. Einer der Hersteller ist das japanische Unternehmen Hario.

Cold Brew Coffee: Kalt «gebrühter» Kaffee, wird zum Beispiel in einer French Press oder in der Hario Mizudashi Kanne zubereitet. Grundrezept: zwischen 45 und 50 g mittelgrob gemahlenes Kaffeepulver mit 250 ml kaltem Wasser aufgiessen und mind. 12 Stunden ziehen lassen. Danach mithilfe des Stempels den Satz vom gebrühten Kaffee trennen. Da dieser Vorgang Stunden dauert, spricht man auch von Slow Coffee.

Wahl der Kaffeesorte und Mahlgrad: Bei der Kaltextraktion kommen die Kaffee-Aromen besonders gut zur Geltung. Es lohnt sich auf Frische und Qualität der Bohnen zu achten. Um seine Lieblingssorte zu eruieren, gibt es nur eins: probieren. Wir mögen fruchtig beerige Kaffees mit einer angenehmen Süße und einer leichten Säure. Als Mahlgrad für Cold Drip empfieht es sich ein mittelgrob, damit das Wasser nicht zu schnell, aber stetig und gleichmässig durch das Kaffeepulver tropfen kann.

 

Tags: Kaffee
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